Umfrage

Schokolade und Pralinen bedeuten für viele Genuss

„Essen und Trinken“ sind die Spitzenreiter, wenn man Menschen in Deutschland befragt, was für sie Genuss bedeutet. Auf dem zweiten Platz folgt das Themensegment „Gesundheit, Wohlbefinden, Ruhe und Entspannung“. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die KANTAR emnid im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) durchgeführt hat.

Auf die offen gestellte Frage (ohne Antwortvorgaben), was für die Teilnehmer der Untersuchung Genuss sei, entfielen 40 Prozent der Nennungen auf „Essen und Trinken“, das damit weiterhin deutlich an erster Stelle steht, auch wenn dieser Bereich gegenüber einer vergleichbaren Befragung im Jahr 2011 um 28 Prozentpunkte verloren hat. Dafür hat das Themensegment „Gesundheit, Wohlbefinden, Ruhe und Entspannung“ mit 32 Prozent Nennungen signifikant an Bedeutung gewonnen. Das entspricht einem Plus von 13 Prozentpunkten gegenüber der letzten Befragung vor sechs Jahren. Die deutliche Zunahme an Nennungen von Begriffen für dieses Cluster erklärt Psychologe Professor Dr. Christoph Klotter von der Fachhochschule Fulda so: „Essen und Trinken stehen zwar immer noch für Genuss; zugleich wird in der Öffentlichkeit Essen und Trinken aber zunehmend problematisiert.“

Das Thema „Gesundheit, Wohlbefinden, Ruhe und Entspannung“ ist für Frauen relevanter als für Männer (36 vs. 28 Prozent). Darüber hinaus ist es von überdurchschnittlicher Bedeutung für Menschen, die im ländlichen Raum leben (52 Prozent Nennungen in Orten bis maximal 5.000 Einwohner).

„Freizeit, Reisen und Kultur“ sowie „Geselligkeit und Freude“ verbinden übrigens weniger Menschen mit Genuss als noch im Jahr 2011. Erfreulich: 96 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass Genuss individuell verschieden sei und sich vielseitig gestalten könne.

„Essen und Trinken“ mit Genuss zu verbinden, hat auch mit dem Alter zu tun: Entfielen bei den 14- bis 19-Jährigen 25 % der Nennungen auf „Essen und Trinken“, so waren es bei den über 60-Jährigen fast doppelt so viele (48 Prozent). Befragte in Ostdeutschland nannten das Cluster weniger häufig (33 Prozent) als in Westdeutschland (42 Prozent). Fragt man offen nach den Lebensmitteln, Gerichten, Naschereien oder Getränken, die für Teilnehmer der Studie Genuss bedeuten, landen „Schokolade und Pralinen“ auf Platz 1 (23 Prozent Nennungen).

Es folgt „Wein“ (21 Prozent) vor „Fleisch/Fleischgerichte und -waren“ (13 Prozent). Bereits auf Rang 4 liegt Obst (11 Prozent), gefolgt von Bier und Kaffee (gleichfalls 11 Prozent, absolute Nennungen absteigend gereiht).

Genuss in den Alltag zu integrieren, ist für viele herausfordernd

„Ich genieße gern und häufig im Alltag – auch und gerade die kleinen Dinge des Lebens“, sagen zwar 88 Prozent der Befragten. Allerdings scheint sich das in der Realität für einige Altersgruppen schwierig darzustellen: Fast zwei Drittel der 30- bis 49-Jährigen gaben an, im Alltag kaum Raum zu finden, um zu genießen und dass sie sich „umso mehr auf die besonderen Anlässe“ freuten. Auch die Antworten auf die Frage, wie viele Genussmomente sich die Befragten im Alltag gönnen, zeichnet ein etwas differenzierteres Bild: Fast jeder Zweite (49 Prozent) gab an, mindestens einen oder mehrere Genussmomente am Tag in den Alltag zu integrieren. Auf mehr als ein Drittel (37 Prozent) trifft „vielleicht zwei bis drei in der Woche“ zu. 11 Prozent bauen noch seltener Genussmomente in ihren Alltag ein.

Mit Genuss die eigene Gesundheit stärken – immer mehr Menschen glauben daran

Die Mehrheit der Befragten (86 Prozent) frönt dem Genuss unbeschwert. Demgegenüber gering ist die Zahl derer, die beim Genießen eher ein schlechtes Gewissen hat: Gerade mal 11 Prozent bestätigen das. Mehr denn je ist eine überwiegende Mehrheit der Ansicht, dass man durch das Genießen seine Gesundheit stärken könne: 89 Prozent votierten bei dieser Aussage mit Ja. Diese Meinung ist noch ausgeprägter bei Menschen mit Abitur und/oder Hochschulabschluss (95 Prozent) und bei Frauen (92 Prozent).

„Freiheit und Sicherheit“ assoziieren Befragte erstmals mit Genuss

17 Prozent Nennungen entfallen diesmal auf ein gänzlich neues Assoziationscluster: „Freiheit und Sicherheit“. Diese Begriffe wurden im Jahr 2011 noch nicht mit Genuss verbunden und sind damals nicht einmal erwähnt worden. Das Thema ist zudem für junge Menschen (14- bis 29-Jährige: 32 Prozent) und in urbanen Zentren (22 Prozent Nennungen in Großstädten mit 500.000 Einwohnern und mehr) und da vor allem in Berlin (28 Prozent) von größerer Bedeutung.

KANTAR emnid befragte im Auftrag des BDSI telefonisch am 23. und 24.08.2017 repräsentativ 1.010 Bürger in Deutschland. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte bis zum 25.09.2017.