So findest du das perfekte Geschenk

Für manche ist es eine leidige Frage, für andere ein Genuss: Was soll ich an Weihnachten verschenken? Einigen brennt es regelrecht unter den Fingernägeln. Seit Anfang dieses Jahres haben sie Ideen gesammelt. Sie schätzen die Freude am Geben. Bei anderen setzt der kalte Schweiß und Ratlosigkeit ein. Gähnende Leere im Kopf statt Geschenkideen. Das Schwierigste am Schenken ist: Menschen sind einzigartig und verschieden wie Schneeflocken, jeder wünscht sich etwas anderes. Anstatt dir vorzuschreiben, was die besten Geschenke sind, möchte ich lieber darüber schreiben, wie du die besten Geschenke finden kannst.

Achtsamkeit und Zuhören leiten dich zum perfekten Geschenk

Ein Weg, das ideale Geschenk für den Partner oder einen Freund zu finden, ist: Hört ihm oder ihr gut zu. Ich kenne das von mir selbst. Jedes Jahr ruft meine Oma bei mir an, und fragt mich, was ich mir wünsche. Ich ziehe blank. Spontan fällt mir nie etwas Gutes ein. Doch wenn ich in meiner Küche stehe, kommt mir eine Gerätschaft in den Sinn, die ich doch noch gerne im Kabinett stehen hätte. Beim Shoppen merke ich, dass es an Mütze, Schal und Co. mangelt.

Es scheint, als wäre das direkte Fragen oft nicht der beste Weg, um ein passendes Geschenk zu finden. Dinge, die uns fehlen, kommen uns besonders dann in den Sinn, wenn wir sie gerade gut brauchen könnten. Wir erwähnen sie oft beiläufig, wenn sich der richtige Kontext findet. Genau dann spitzt der aufmerksame Schenker die Ohren und notiert sich eine Geschenkidee. Suchst du gerade nach einem Geschenk, dann probiere doch mal folgendes: Anstatt platt „Was wünscht du dir“ könntest du nach Hobbies fragen, nach Plänen für die Zukunft, ob in der Wohnung noch etwas fehlt, ob Konzerte, Kinofilme oder andere Veranstaltungen bevorstehen. Das Allerbeste an solchen Geschenkideen, die durch aufmerksames Zuhören entstehen, ist, dass du dein Gegenüber damit auch noch überraschen kannst. Es ist doch immer noch schöner, wenn man nicht genau weiß, was unter dem Christbaum liegt. Wenn dich das Thema Achtsamkeit anspricht, kannst du hier noch mehr erfahren.

Liebe geht durch den Magen – Genussgeschenke

Ein besonders achtsamer Schenker findet oft das treffende Geschenk ohne direkten Hinweis. Wer mich kennt, der weiß, dass ich fürs Essen und Genießen lebe. Ich bevorzuge Geschenke dieser Art – aus folgendem Grund: Manche Geschenke sind zwar gut gemeint, aber machen mehr Arbeit als sie Freude spenden. Eine pflegebedürftige Zimmerpflanze zum Beispiel. Viele technische Geräte möchten „in Stand“ gehalten werden. Eine Tischdecke, ein Teeservice oder ein Kleidungsstück, das man geschenkt bekommt, ist sicher schön. Doch manchmal fühlt man sich unter Druck gesetzt: Muss ich es dann auch jedes Mal präsentieren, wenn der Schenkende zu Gast ist? Es gibt aber auch Geschenke, die wenig bis keine Arbeit machen. Ich nenne sie Genussgeschenke. Genussgeschenke kommen in vielen Formen und Farben. Was sie einzigartig macht, ist ihre Vergänglichkeit. Eine Schachtel leckere Pralinen oder erlesene Gebäcke sind z. B. solche Genussgeschenke. Aber auch ein Konzertbesuch, ein Wellnessbad mit Massage, eine selbstgemachte Marmelade oder schlicht und einfach ein Essen unter Freunden können das sein.

Vorfreude statt Stress – die Vorweihnachtszeit genießen

Weihnachten ist oft mit Stress verbunden. Es soll dekoriert werden, Geschenke und ein Baum müssen besorgt werden. Und all das musst du mit Arbeit, Uni, Familie und Hobbies unter einen Hut bringen. Es geht auch anders! Entschleunigt eure Vorweihnachtszeit und verlagert das Geschenkekaufen z. B. auf die erste Dezemberhälfte – oder künftig noch besser: über das ganze Jahr hinweg. Fehlen dann immer noch Geschenke, kannst du etwas selbst machen. Das erspart dir einen stressigen Trip ins überfüllte Kaufhaus. Dekoration muss auch nicht unbedingt gekauft werden. Natur statt Kitsch ist da mein Motto. Tannenzapfen, Buchecker, Moos, Nüsse, Kastanien, selbstgemachte Kränze. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, wenn du bei einem Waldspaziergang aufmerksam nach Deko suchst. Interessiert dich das Thema „Der Wald als Genussort“, haben wir noch einen Blogpost dazu.

Klärende Regeln helfen zu entspannen

Mach es klar, wem du etwas schenken und von wem du etwas geschenkt haben möchtest. So vermeidet ihr die unangenehme Situation, ein Präsent zu erhalten, aber selber keines vorbereitet zu haben. Zusätzlich schenkt man sich so auch weniger Überflüssiges, das am Ende zum Staubfänger mutiert. Wie schon geschrieben: Ich greife im Grunde genommen fast immer zu den Genussgeschenken. Zu leckeren Schokoladen, Gebäcken oder Pralinen sagt selten jemand nein. Denn Schokoladiges und andere Leckereien sind allseits beliebt und machen bekanntlich glücklich.J Zudem gibt es jedes Jahr neue Kreationen, die erst noch entdeckt werden wollen. So stiften Schokoladen und Pralinen sicher mehr Freude als der dutzendste Weihnachtsengel, das hundertste Paar Socken oder eine weitere Tasse mit einem Spruch, der gerade mal ein müdes Lächeln hervorruft. Weitere Tipps zum Stressabbau findest du hier.

„Wir kaufen Zeug, das wir nicht brauchen, mit Geld, das wir gar nicht haben, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht leiden können.“ (Robert Quillen 1928)

Weihnachten ist kein Fest des Konsums, es ist das Fest der Liebe, der Besinnlichkeit, der Familie und Freunde, des Miteinanders. Wir sind dankbar für unsere Geschenke, aber auch für die uns begleitenden Menschen, Gesundheit und die schöne Zeit. Das kann auch eine Quelle von Genuss sein; mehr dazu in diesem Beitrag: „Genuss durch Dankbarkeit“.

„Die besten Dinge im Leben gibt es umsonst“

Lieder singen, mit Freunden und Verwandten zusammenkommen, gemeinsam den Schneeflocken beim Tänzeln zusehen. Das sind die Dinge, die Weihnachten so besonders machen. In diesem Sinne…