Beginn der fünften Jahreszeit

Karneval, Fasching oder vielleicht Fastnacht? Jedes Jahr gehen deutschlandweit die Meinungen darüber auseinander, wie man den Beginn der sogenannten fünften Jahreszeit denn nun nennt. Doch trotz regionaler Unterschiede bei der Namensgebung: Das soziale Miteinander steht überall im Vordergrund.

Jecken überall

Wenn ihr in einer der Jecken- oder Narren-Hochburgen wie Köln oder Mainz aufgewachsen seid, wird es euch nicht überraschen, wenn pünktlich zum 11. November die Menschen anfangen, verrückt zu spielen… 😉 Dieser Tag hat sich nämlich zum inoffiziellen Beginn der Karnevalssaison etabliert. Falls ihr neu in eine Jecken-Stadt gezogen seid, könnt ihr in den nächsten Monaten die Karnevalskultur kennen lernen und genießen. Diese ist geprägt von sozialer Interaktion. Selbst schüchterne Personen tanzen plötzlich auf den Tischen und geben in der Bar eine Runde aus. Die Schaufenster von Kaufhäusern füllen sich allmählich mit Clownsmasken, Ganzkörperkostümen und allerlei Zubehör – selbst für Tiere. Und die Stimmung in der Luft füllt sich mit elektrisierender Vorfreude, je näher der Karnevalsumzug rückt.

Schon die Germanen riefen zur „alemannsichen Fastnacht“

Dieses Fest war bereits bei den Germanen von Bedeutung. Bei der „alemannischen Fastnacht“ zog man bunt verkleidet und mit furchteinflößenden Masken jedes Frühjahr durch die Straßen und vertrieb mit Trommeln und Rasseln den Winter. Die ursprüngliche Intention – den Winter vertreiben – ist heute zwar nicht mehr vorherrschend, aber die Kostümierungen und ein Menschenzug durch die Straßen sind geblieben.

Warum sollte man nicht noch ein letztes Mal ausgelassen feiern? Denn schließlich markiert der Aschermittwoch nicht nur das Ende der Karnevalszeit, sondern auch den Beginn der Fastenzeit, die dann bis Ostersonntag andauert. Auch wenn sich zugegebenermaßen heute die wenigsten an das Fasten halten, ist es doch schön, einen Grund zu haben, um deutschlandweit auf den Straßen von fast jeder Ortschaft fröhlich zu feiern. Zieht euch knallbunt an, bemalt eure Gesichter und raus mit euch zum nächsten Umzug. Stimmt mit ein in die Helau- und Alaaf-Rufe und greift nach Süßigkeiten, die durch die Luft fliegen. Genießt die Festtagsstimmung und wärmt euch im Anschluss in einem Wirtshaus wieder auf.

Karneval, Fasching, Fastnacht – Wie heißt es denn nun?

Und um die Diskussion ein für alle Mal zu klären, wie es nun richtig heißt: Fastnacht sagt man vor allem in und um Mainz, während Fasching eine regionale Bezeichnung ist, die man immer wieder in den verschiedensten Dörfern hört. Karneval ist vor allem durch Köln bekannt und die geläufigste Bezeichnung. Denn „Karneval“ bedeutet so viel wie „Fleisch, leb wohl“ und wurde bereits bei den Römern genutzt. Aber wenn wir einmal ehrlich sind, so wichtig ist es eigentlich nicht, wie man die Jeckensaison nun nennt, solange man gemeinsam Spaß haben und Freude teilen kann.

Helau, Alaaf und Ahoi für die fünfte Jahreszeit!