Alle Jahre wieder: die Weihnachtsbaumparade

Sie sind ebenso wenig aus der Weihnachtszeit wegzudenken wie herrlich duftendes Weihnachtsgebäck, Schokolade, Glühwein, heißer Tee und Kerzenschimmer – festlich geschmückte Weihnachtsbäume. Zu finden sind sie vielerorts sowohl drinnen als auch draußen: in Wohnzimmern, Einkaufshäusern und Restaurants oder auf bekannten Stadtplätzen und natürlich zentral auf den vielen Weihnachtsmärkten landauf, landab. Und überall verfolgen sie dasselbe Ziel, nämlich deren Betrachter mit ihrem Anblick zu verzücken. Mancherorts wird das Weihnachtsbaumaufstellen und -schmücken gar als ernsthafte Angelegenheit betrachtet.

In Frankfurt am Main gibt es gleich ein ganzes Komitee, das sich mit der Auswahl eines passenden Baumes beschäftigt. Zumeist stiften Gemeinden aus der Schweiz oder Österreich der Mainmetropole ein ganz besonders großes Exemplar, das von einer Delegation freilich vor Ort persönlich in Augenschein genommen wird. Und jedes Jahr beschäftigen sich Bürger und Presse aufs Neue mit der Frage: Ist der Baum der Saison wirklich schön (genug)? Und wenn der grüne Riese dann zum Weihnachtsmarktstart in tausende Lichter gehüllt zu funkeln beginnt, ist die Freude doch wieder groß. Doch worin liegt diese Begeisterung für die grüne Tanne oder Fichte, die das restliche Jahr über eher weniger Beachtung erhält?

Überlieferungen zufolge geht die Tradition bis ins 16. Jahrhundert zurück. Damals wie heute hat sie die Menschen in weihnachtliche Stimmung versetzt. Nicht nur die Existenz des Weihnachtsbaumes bereitet uns Freude, sondern bereits das sorgfältige Aussuchen und das Zu-Hause-Aufstellen bedeutet für viele intensive Genussmomente. Und wenn sich der Duft des Nadelgehölzes im heimischen Wohnzimmer frisch ausbreitet, geht vielen geradezu das Herz auf. Auch das Schmücken des Grüns ist häufig mit Genuss verbunden.

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Dabei gibt es große Unterschiede: Durch die riesige Auswahl an Baumschmuck kann jeder nach Belieben bestimmen, wie sein Wunschbaum auszusehen hat. Die einen mögen es ganz traditionell und verzieren ihren Baum mit Kugeln, die schon Großmutter verwendet hatte. Andere bevorzugen Baumschmuck Ton in Ton und stimmen Kugeln, Lametta und Baumspitze auf Inneneinrichtung und saisonale Fest-Dekoration ab. Andere wiederum lieben es bunt und ausgefallen, sodass man zwischen den farbigen Kugeln und Lichtern auch Ausgefallenes entdeckt, etwa schillernde Vögel mit bunter Federpracht oder ganz und gar glitzernde Figuren in Form von Elefanten. Während manche auf das Licht echter Kerzen setzen, wollen andere lieber elektrische und wieder andere statten ihren Weihnachtsbaum mit kleinen, bunten Lichterketten aus. Die Geschmäcker gehen eben auseinander und doch bleibt eines gleich: In der Weihnachtszeit wollen die wenigsten auf diese schöne Tradition verzichten, da ein geschmückter Baum nicht nur punktuelle Freude, sondern gleich mehrwöchigen Weihnachtszauber verspricht.

In diesem Sinne: Auch Rituale – und werden sie noch so streng befolgt – können wahrhaftige Genussmomente bereiten. Also, genießt sie alle bewusst und so intensiv wie möglich.