Zuckerwaren wie Fruchtgummis können ein prächtiges Fotomotiv darstellen!

Der Welt-Foto-Tag feiert Jubiläum

Am 19. August ist wieder Welt-Foto-Tag. Es war der australische Fotograf Korske Ara, der im Jahr 2009 den 19. August wählte und ein großes weltweites Event veranstaltete: Es sollte an eine wahre Revolution in der frühen Entwicklung der Fotografie erinnern. So gilt der 19. August durchaus als denkwürdig: Im Jahr 1839 wurde genau an diesem Tag in den Pariser „Akademien der Wissenschaften und der schönen Künste“ das Verfahren für die Daguerreotypie öffentlich präsentiert und fortan der Allgemeinheit frei zur Verfügung gestellt. Es war ein Meilenstein für die kommerzielle Fotografie und begründete den Siegeszug des „Zeichnens mit Licht“. So lässt sich der Begriff Fotografie bzw. Photographie aus dem Altgriechischen herleiten (phos -> „photós“ = Licht und „graphein“ = schreiben, malen, zeichnen).

Seit dem Jahr 2010 wird der 19. August regelmäßig als Welt-Foto-Tag (World-Photo-Day) begangen, und Korske Ara ist immer noch als Projektleiter für das jährliche Ereignis tätig. Heute steht jedoch weniger die Erinnerung im Zentrum der Aktionen, sondern vielmehr die Leidenschaft für das Fotografieren per se.

Ein Maler und die Fotografie

Die Daguerreotypie meint eine Fotografie auf einer glatt polierten Metalloberfläche. Wer kennt nicht die typischen originalen oder historisierenden Filmszenen, in denen Fotografen dargestellt sind, die in große Kastenapparate auf Holzstativen irgendwelche Metallplatten hineinstecken und wieder herausziehen – also offensichtlich irgendwie Fotos schossen. Das Verfahren ist nach dem französischen Maler Louis Daguerre benannt, der die Technik mitentwickelt hatte. Es war die französische Regierung, die schließlich die Rechte an der Daguerreotypie erwarb, um sie dauerhaft jedermann zugänglich zu machen.

Gegner und Befürworter

Es gab in den Anfängen der Fotografie aber auch viele Skeptiker, die der neuen Technik kritisch oder gar abschätzig gegenüberstanden. So soll Schriftsteller Charles Baudelaire gesagt haben:

„Die Fotografie ist der Todfeind der Malerei, sie ist die Zuflucht aller gescheiterten Maler, der Unbegabten und der Faulen.“

Der große Romancier, Maler und Journalist Emile Zola, hingegen befand:

„Nach meiner Ansicht kann man nicht behaupten, etwas gesehen zu haben, bevor man es fotografiert hat.“

Das Foto als Brücke in die Erinnerung

Es ist immer noch Sommerferienzeit in Teilen Deutschlands, und die meisten Bundesbürger verbringen die große Auszeit des Jahres – nicht nur Corona-bedingt – nach wie vor nicht im Ausland, sondern in Deutschland. Deutschland verfügt über zahlreiche schöne Feriengebiete: ob an den Küsten oder auf den Inseln von Nord- und Ostsee, ob in den Mittelgebirgen oder im Alpenvorland, ob in der Lüneburger Heide oder an der Mecklenburgischen Seenplatte. Und wer gar nicht wegfährt und seine Ferien auf Balkonien und im heimatlichen Umfeld genießt, kann viele schöne Dinge und echte Genussmomente erleben. Doch wie können wir uns die schönsten, auch kleinsten Ereignisse in den wiederkehrenden Alltag nach der Urlaubszeit hinüberretten und bewahren? Schließlich ist bekannt, dass uns gerade die Erinnerung an schöne Momente in den Ferien auch noch Jahre später Genussmomente bescheren kann.

Das Foto ist für viele das Instrument zum Brückenschlag in die Erinnerung. Man muss ja nicht gleich mit einer gigantischen Fotoausrüstung unterwegs sein. Und da die allermeisten Mobiltelefone heute mit sehr guten Kamerafunktionen und trotz ihrer Winzigkeit leistungsfähigen Objektiven ausgestattet sind, führt im Grunde jede Frau und jeder Mann seine Kamera ständig mit sich. Überhaupt hat sich seit der Einführung der digitalen Fotografie sehr viel verändert. Man kann heute problemlos auf jedes sich bietende Motiv draufhalten und losknipsen, ohne dabei Material wie Kompakt- oder Rollenfilme als Trägermedien von Aufnahmen zu verschwenden oder sich beschränken zu müssen. Was nicht gefällt, wird einfach wieder gelöscht.

Unzählige Motive

Genussvolle und erinnerungswürdige Momente und Motive gibt es unzählige, ob in den Ferien oder im Alltag. Die einen lieben es, Augenblicke des Zusammenseins mit anderen Menschen festzuhalten, z. B. im Rahmen eines Familientreffens oder beim Grillabend mit Freunden. Andere bevorzugen, die Linse auf Sujets in der Natur zu fokussieren – von großen Weitwinkel-Landschaften bis zu extrem detailreichen Makro- und Nahaufnahmen kleinster Pflanzen und Tiere. Wieder andere lieben es, Essen und Getränke zu fotografieren, ob selbst zubereitet oder im Café oder Restaurant genossen. Manch einer steht auf geschichtsträchtige Altbauten, andere favorisieren den Bildausschnitt moderner Architektur.

Faszination Fotografie: Manch einer steht auf geschichtsträchtige Altbauten, andere favorisieren den Bildausschnitt moderner Architektur.

Formen- und Farbenpracht überall

Der Blick durch den „Sucher“ bzw. auf den Bildschirm des Handys oder der Kamera kann in der Tat helfen, unser Auge und die Sicht auf Schönes und Besonderes zu schärfen. Dabei geht es häufig um Perspektiven, Ausschnitte, Formen, Muster, Reliefs, Strukturen – und vor allem um Farben. Unser Video „Pracht der Farben“ hilft euch vielleicht dabei, gerade im Alltag das Schöne bewusster wahrzunehmen und eben nicht zu übersehen. Betrachtet euer Umfeld – etwa zuhause, drinnen und draußen, Großes wie Kleines. Schaut euch die kleinen Snacks und die süßen Auszeiten durch das Auge der Kamera genauer an. Zuckerwaren wie Fruchtgummis können ein prächtiges Motiv darstellen. Ein Stück Schokolade, ganz nah betrachtet und fotografiert, lässt uns beim Anblick des Bildes schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die Oberfläche eines Kekses kann in der Makrodarstellung beinah zu einer eigenen Landschaft werden.

Welche Licht-Schatten-Spiele finden sich zu welcher Tageszeit in eurer Wohnung? Welcher Baum in eurer Nachbarschaft erzählt schon über die bemooste Rinde eine eindrucksvolle Geschichte? Welche Blumen im eigenen Garten oder öffentlichen Park nehmen euch mit ihrem Blütenmeer geradezu gefangen? Welche Rose oder Dahlie fasziniert euch mit ihrem intensiven Farben- und Formenspiel?

Formen und Farbenpracht überall: ein Mohnblütenfeld in Hessen

Foto von © :relations, 2018

Was immer es auch ist – Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Geht mit offenen Augen durch den Alltag. Und zückt eure Handy-, Digital- oder Analogkamera, wann immer ihr glaubt, ein „Motiv“ entdeckt zu haben. Aber Achtung: Beim Fotografieren anderer Menschen immer an deren Persönlichkeitsrechte denke und diese achten! Ansonsten könnt ihr privat knipsen, knipsen, knipsen. Viel Freude damit – und vor allem schöne Genussmomente und wunderbare Erinnerungen. Und habt alle einen tollen Welt-Foto-Tag!