Mit exotischem Erdnuss-Rezept dem eingeschränkten Alltagstrott entfliehen

Kennst du das auch? Du stehst nach einem langen Arbeitstag erschöpft an der Bushaltestelle. Es ist grau, regnerisch und einfach ungemütlich. Und dann erscheint vor deinem geistigen Auge der weiße Sandstrand und das tiefblaue klare Wasser eines tropischen Badeparadieses. Und schon träumst du dich in die Ferne. Du stellst dir vor, nicht hier zustehen, sondern über einen thailändischen Basar zu laufen. Dir steigen die fabelhaften Aromen von den Garküchen mit den exotischen Gewürzen in die Nase. Du kannst die Geschmacksvielfalt förmlich auf deiner Zunge spüren …

Das muss aber nicht sein! Wie du dir einen exotischen Genussmoment auf den Teller zaubern kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Hol dir Thailand nach Hause

Die thailändische Küche zeichnet sich durch die vielfältige Verwendung von Ingwer, Chili, Knoblauch, Koriander, Kreuzkümmel, Kurkuma, Limetten, Zitronengras, Sojasauce oder Kokosmilch aus. Das mag nach viel Aufwand klingen. Das muss es aber nicht sein. Schau dir gerne mal unser Rezept für die Thai-Chicken-Pizza mit Erdnusscrunch an. Mit nur sieben Arbeitsschritten kommst du zu deinem exotischen Genussmoment.

A und O ist das richtige Garen der Hähnchenbrust. Das einzigartige Aroma entsteht durch die Kombination aus Sojasauce, Zucker und Apfelessig sowie Knoblauch, Ingwer und Pfeffer. Dazu kommt: etwas Zeit und Muße. Denn für eine spätere Geschmacksexplosion, muss das Fleisch bei niedriger Temperatur gut eineinhalb Stunden garen. Zeit, in der die Vorfreude auf deinen ganz besonderen Genussmoment jede Minute steigen kann.

Während im Kochtopf der einzigartige Geschmack entsteht, können wir uns einer anderen wichtigen Zutat widmen: Der Erdnuss. Über die Erdnuss, die nebenbei bemerkt eigentlich gar keine Nuss ist, gibt es nämlich eine ganze Menge spannendes zu erfahren.

Die Weltreise einer kleinen Nuss

An dieser Stelle muss ich gestehen: Nie habe ich mir Gedanken darüber gemacht, woher die Erdnuss eigentlich ursprünglich mal hergekommen ist. Für mich gehört sie, wie die heimische Haselnuss, einfach zum Supermarktsortiment dazu. Und dabei hat die Erdnuss eine ganz schön lange Reise hinter sich. Die sogenannte Ur-Erdnuss kommt nämlich aus den Anden Südamerikas. Woher ganz genau ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Vielleicht Peru, vielleicht Bolivien. In diesen Ländern wurden tausend Jahre alte Keramikstücke gefunden, die erdnussförmig waren. Und Gefäße, die mit Erdnüssen verziert wurden. Von den Anden ging es für die Erdnuss weiter bis nach Mexiko. Die spanischen Seefahrer lernten dieleckere Frucht dort kennen und lieben, und sie nahmen sie mit zurück nach Hause. Von Europa brachten Forscher und Händler die Erdnuss weiter nach Asien und Afrika. In Afrika breitete sie sich vor allem in den westlichen tropischen Regionen aus. Vor dort gelangte die kleine Erdnuss, über den Sklavenhandel, in die USA. Nach China, Indien und Nigeria sind die USA heute der viertgrößte Produzent von Erdnüssen.

Und wieso ist die Erdnuss nun keine echte Nuss?

Botanisch betrachtet ist die Erdnuss eigentlich eine Hülsenfrucht, so wie Erbsen und Bohnen. Ihre Früchte befinden sich jedoch in der Erde. Um zu reifen, brauchen sie rund 130 frostfreie Tage. Deshalb wächst die Erdnuss besonders gut in warmen Regionen. Bei der Ernte bleiben die Schalen geschlossen – so wie bei Nüssen. So ist sie wohl zu ihrem Namen gekommen: eine Erdnuss eben.

Redskin-Peanuts (auch Spanisch-Erdnüsse) werden häufig als Ur-Erdnüsse bezeichnet. Charakteristisch ist ihre rotbraune Haut.

Klein aber oho – Der Gesundheitswert der Erdnuss

Die Erdnuss ist botanisch betrachtet also eine Hülsenfrucht. Von den Inhaltsstoffen wiederum ist sie eher mit „echten“ Nüssen vergleichbar. Denn sie enthält weniger Proteine und mehr Fett (48 g Fett pro 100 g) als die „klassischen“ Hülsenfrüchte. Und um die Verwirrung perfekt zu machen: Man kann sie auch als Ölsaat bezeichnen. Denn sie wird auch zur Pflanzenölgewinnung (Erdnussöl) genutzt.

Wie auch immer: Nüsse, Kerne und Saaten sind für eine gesunde Ernährung sehr empfehlenswert.

Erdnüsse enthalten viele Vitamine (vor allem Vitamin E, Niacin und Folsäure) und Mineralstoffe (u. a. Kalium, Calcium, Magnesium). Bei den sekundären Pflanzenstoffen glänzt die Erdnuss v. a. mit ihrem hohen Gehalt an Phenolsäuren, denen antikanzerogene, antimikrobielle und antioxidative Wirkungen nachgesagt wird. Zudem haben Erdnüsse einen recht hohen Ballaststoffgehalt.

Und jetzt hören wir mal auf von „der“ Erdnuss zu reden

Denn es gibt verschiedene Erdnüsse. Genau! Erdnuss ist nicht gleich Erdnuss!

Die Runner-Erdnuss wird vor allem in den USA angebaut. Denn die Pflanze gilt als widerstandsfähig und ertragreich. Auch die Virginia-Erdnuss ist eng mit den USA verbunden. Sie verdankt ihren Namen dem Staat West-Virginia, wo sie lange schwerpunktmäßig angebaut wurde. Sie bildet die größten Kerne aus. Dann gibt es noch die Valencia-Erdnuss. Das besondere an ihr: Sie hat drei bis vier Kerne pro Schale (bei den anderen sind es zwei Kerne pro Schale). Und zum Schluss: Die Spanish-Erdnuss. Sie hat eine charakteristische rotbraune Haut. Sie werden oft für Süßigkeiten oder für die Herstellung von Erdnussöl genutzt. Oder für leckere Thai-Pizzen … was macht eigentlich unser Hähnchenfleisch?

Zurück in die heimische Thai-Küche

Nachdem das Hähnchenfleisch gegart ist, kann es weiter gehen. Der frische Pizzateig kann auf einem bedeckten Backblech ausgerollt und mit den restlichen Zutaten belegt werden. Zum Schluss kommen Fleisch, Kohl und unsere Erdnüsse auf die Pizza. Noch mit etwas Käse bestreuen und für 10 bis 15 Minuten ab in den Ofen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du hier.

Während du den Tisch deckst und alles für den exotischen Genussmoment vorbereitest, denk noch mal ein paar Stunden zurück. Draußen mag es immer noch regnerisch sein, aber dein Zuhause ist ausgefüllt von exotischen Düften. Mit jeder Minute steigt die Vorfreude auf den ofenwarmen selbstgemachten Erdnuss-Pizza-Genuss. Nimm dir Zeit zum Genießen. Jeder Biss bietet eine Fülle an Aromen. Wenn ich mir einen solchen Genussmoment schaffe, nehme ich mein Fernweh kaum noch wahr. Es ist, als würde ich mir meinen Urlaubsmoment im Alltag schaffen.

Und weißt du, was besonders großartig ist? Die leckere Thai-Chicken-Pizza mit Erdnusscrunch eignet sich auch ganz hervorragend zum Mitnehmen. Also wie sieht’s aus: Wie wäre es, wenn du dir einem weiteren Genussmoment morgen mit zur Arbeit nimmst? Ich jedenfalls hätte Lust auf eine Mittagspause in Thailand am Strand.

Unsere Thai-Chicken-Pizza mit Erdnusscrunch eignet sich prima als "to go"-Variante und schmeckt auch kalt sehr lecker.