Kleine Warenkunde Knabberartikel

Ob zum Grillen, als Begleitung zum kühlen Sommerdrink oder als kleine Snacks im Rahmen gemeinsamer Abende in der Familie oder mit Freunden – Knabberartikel sind beliebte Genussprodukte. Eine repräsentative Online-Verbraucherbefragung der Fachsparte Knabberartikel des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. (BDSI) ergab, dass die Deutschen am liebsten Kartoffelchips knabbern, gefolgt von Erdnussflips, Erdnüssen und Salzstangen. Uns erreichen immer wieder Fragen wie: Was ist die beliebteste Nuss der Deutschen oder woraus werden Chips hergestellt? In unserer kleinen Warenkunde Knabberartikel beantworten wir diese und viele weitere Fragen. Doch zunächst die Erläuterung, welche Produktfamilien überhaupt zu den Knabberartikeln zählen:

Die Produktgruppe Knabberartikel umfasst pikante, gewürzte und nussige Erzeugnisse. Beispiele sind Kartoffelchips, Erdnussflips, verschiedene Nüsse (Erd- und Edelnüsse) sowie Nussmischungen. Auch Trockenfrüchte, Salz-, Käse- und Laugengebäck gehören hierzu. Die Produktpalette teilt sich in die Segmente Chips und Sticks, Gemüsechips, Extruderprodukte (also aus Teig geformte Knabbereien wie z. B. Nachos, Tortilla Chips oder Flips), Salz-, Käse- und Laugengebäck, Erd- und Edelnüsse inklusive Nussmischungen.

Was ist die beliebteste Nuss der Deutschen?

Besonders gerne knabbern die Deutschen die Erdnuss. Ihr Name lockt allerdings auf die falsche Fährte. Denn botanisch gesehen ist die Erdnuss keine Nuss, sondern gehört – wie auch Erbsen oder Bohnen – zur Familie der Schmetterlingsblütler und somit zu den Hülsenfrüchten. Die Hülsenfrucht der Erdnuss wächst im Erdreich. Diese unterirdischen Früchte öffnen sich nicht selbstständig. In den bis zu sechs Zentimeter langen, gebogenen Kapseln entstehen in der Regel ein bis vier Samen.

Erdnüsse kommen oft geröstet und gesalzen in den Handel, werden aber z. B. ungesalzen angeboten und zudem auch als Zutaten in Süßwaren wie Gebäck oder Schokolade eingesetzt. Weitere beliebte Produkte sind Erdnussbutter und Erdnussflips.

Ursprünglich in den Anden Südamerikas beheimatet, hat sich der Anbau der Erdnuss seit ihrer wachsenden Bedeutung als Ölfrucht über die ganzen Tropen und Subtropen ausgebreitet. Archäologen datierten die ältesten bekannten Funde von Erdnüssen im Zusammenhang mit menschlichen Ansiedlungen, aus Peru auf ein Alter von über 7.000 Jahren. Auch in Brasilien wurde die Erdnuss nachweislich schon vor 2.000 Jahren angepflanzt. Heute wird die Erdnuss weltweit in warmen Gebieten angebaut. Hauptanbaugebiete sind Westafrika, China, Indien sowie Nord- und Südamerika.

Redskin-Erdnüsse werden häufig zu den sogenannten Ur-Erdnüssen gezählt. Foto: BDSI, 2019

Redskin-Erdnüsse werden häufig zu den sogenannten Ur-Erdnüssen gezählt. Foto: BDSI, 2019

Erdnüsse weisen einen Proteingehalt von rund 25 Prozent auf. Ihr Fettgehalt liegt bei rund 50 Prozent, ihr Anteil an Kohlenhydraten bei rund 22 Prozent. Vorsicht ist jedoch bei Allergikern geboten: Schon kleinste Mengen können bei Betroffenen schwere oder gar lebensbedrohliche Symptome auslösen. Auf allen verpackten Lebensmitteln müssen Erdnüsse deshalb als Zutat mit allergenem Potenzial klar gekennzeichnet werden. Mehr Informationen findet ihr auch im BDSI-Journal im Beitrag: Nüsse – mehr als ein Powersnack.

Was macht Nüsse so gesund?

Eine Handvoll Nüsse am Tag sind ein idealer Snack für zwischendurch. In ihnen stecken nämlich essenzielle Fettsäuren, die der Körper braucht. Außerdem sind Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe drin.

Woher kommt der Name „Studentenfutter“?

Studentenfutter ist eine seit dem 17. Jahrhundert bekannte Bezeichnung für eine Mischung, die ursprünglich aus Rosinen und Mandeln bestand. Später wurden auch anderes Trockenobst und andere ungesalzene Nüsse zugefügt, darunter Erdnüsse, Paranüsse, Walnüsse, Haselnüsse oder Cashewkerne.

In Studentenkreisen nahm man seit dem 17. Jahrhundert an, dass insbesondere die Mandeln gegen einen Alkoholrausch oder Kater wirksam seien. Eine andere These ist, dass sich der Name durch eine angebliche konzentrationsfördernde Wirkung bei den Lernenden ergeben haben könnte.

Studentenfutter wurde im 18. Jahrhundert auch als Arznei bei verschiedenen Erkrankungen verabreicht, bei denen eine Kräftigung vonnöten war. So ist auch unter der Bezeichnung Pfaffenfutter eine Zugabe von Gewürzen, kandierten Gewürzsamen und Süßholz beschrieben.

Könnte ich Erdnussflips selbst herstellen, so wie Popcorn?

Das empfiehlt sich eher nicht. Es finden sich zwar Hinweise zu „Rezepten“ in Internetforen. Doch die Herstellung von Erdnussflips ist viel aufwändiger als beispielsweise die von Popcorn. Erdnussflips lassen sich nicht ohne weiteres mit einfachen Bordmitteln in der eigenen Küche herstellen. Das ist bei Popcorn, für das nur Maiskörner bei hoher Hitze aufgebrochen werden müssen, wesentlich einfacher.

Werden Kartoffelchips wirklich aus Kartoffeln hergestellt?

Kartoffelchips gehören in Deutschland und in Europa zu den beliebtesten Knabberartikeln. Seit den fünfziger Jahren gehört der in den USA erfundene Snack zum Knabberspaß der Deutschen dazu. In den Regalen findet sich eine große Vielzahl von Produkten. Der Konsument kann zwischen verschiedenen Geschmacksrichtungen und Verpackungsgrößen von unterschiedlichen Herstellern wählen.

Kartoffelchips werden aus ganzen Kartoffeln hergestellt, die zuvor auf ihre Qualität geprüft wurden. Nach dem Waschen und Schälen werden diese entweder hauchzart, extradick, glatt oder gewellt in Scheiben geschnitten, in Öl frittiert und anschließend gewürzt. Die Herstellung kann industriell erfolgen oder aber zu Hause in der eigenen Küche. Das Herstellungsprinzip bleibt dabei stets gleich.

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Wie wurden die Kartoffelchips erfunden?

Erfunden wurden die Kartoffelchips von einem indianisch-stämmigen Hotelkoch namens George Crum im Jahr 1853. Crum ärgerte sich über einen Gast – vermutlich handelte es sich dabei sogar um den amerikanischen „Eisenbahnkönig“ Cornelius Vanderbilt. Denn dieser ließ die ihm servierten Bratkartoffeln aufgrund ihrer Dicke mehrmals zurückgehen. Schließlich schnitt Crum die Kartoffelscheiben millimeterfein und frittierte sie. Zu Verwunderung des Kochs war der Gast dieses Mal begeistert. Die Kartoffelchips waren geboren!

Was bedeutet es, wenn Kesselchips auf der Verpackung steht?

Kesselchips sind eine besondere Form der aus der ganzen Kartoffel (üblicherweise mit Schale) geschnittenen Kartoffelchips. Die gründlich gewaschenen Kartoffeln werden in große, etwas dickere Scheiben geschnitten, unter einem kontinuierlichen Rührprozess im Kessel langsam goldgelb frittiert und gewürzt. Hierdurch erhalten sie die typisch krosse Konsistenz. Als Heimat der Kesselchips gilt das Vereinigte Königreich. In Abgrenzung zum klassischen Frittierprozess werden die Produkte dort als „baked“ (ausgebacken) oder „roasted“ (geröstet) oder „cooked“ bezeichnet. Diese Begrifflichkeiten sind auch in Deutschland üblich.

Ofenchips hingegen sind zarte, meist gewellte Chips, die aus einem Kartoffelteig geformt werden. Die einzelnen Scheiben werden im Ofen schonend gebacken und anschließend gewürzt. Der Fettgehalt von Ofenchips liegt durch die Art der Zubereitung unter dem von frittierten Kartoffelchips.

Stapelchips gehören ebenfalls zu den geformten Knabberartikeln. Grundstoff ist auch ein Kartoffelteig. Nach dem Kneten wird der Teig gewalzt und in seine spezielle Form gebracht. Je nach Variante werden die Produkte vor oder nach dem Frittieren gewürzt.

Was sind Kartoffelsticks?

Kartoffelsticks werden wie die Kartoffelchips ebenfalls aus geschälten Kartoffeln hergestellt. Die Kartoffelstäbchen werden frittiert und anschließend gesalzen oder gewürzt.

Woraus werden Tortilla Chips hergestellt?

Nicht aus Kartoffeln, sondern aus Mais werden Tortilla Chips hergestellt. Dabei handelt es sich um dünne, knusprige, meist dreieckige Maischips, die frittiert und gewürzt werden. Die in verschiedenen Geschmacksrichtungen angebotenen Tortilla Chips werden häufig mit Würzsaucen/Dips oder auch mit Käse überbacken verzehrt (Nachos).

Leckere Tortilla-Chips- bzw. Nacho-Rezepte gibt es auf dieser Seite unter https://genuss-tut-gut.de/genuss-erleben-rezepte/

Leckere Tortilla-Chips- bzw. Nacho-Rezepte gibt es auf dieser Seite unter https://genuss-tut-gut.de/genuss-erleben-rezepte/ Foto: BDSI, 2019.

Wer erfand die Tortilla Chips und warum haben sie drei Ecken?

Erfunden wurden die Tortilla Chips Ende der 1940er Jahre in einer mexikanischen Delikatessen- und Tortilla-Fabrik in Los Angeles. Die Besitzerin Rebecca Carranza war auf der Suche nach einer Idee, wie man Tortilla Fladen, die ihre automatische Tortilla Maschine nicht mehr verarbeiten konnte, weiter verwerten könne. Sie schnitt die nicht weiter maschinell zu verwendenden Tortilla Fladen in kleine Dreiecke und frittierte sie. Die so entstandenen Tortilla Chips verkaufte sie als Snack, der sich schon bald großer überregionaler Beliebtheit erfreute.

Seit wann gibt es die Salzstange?

Laugengebäck gehört zu den ältesten salzigen Backwaren im deutschsprachigen Raum, wie man sie vor allen Dingen in Brezelform beim Bäcker kennt. Vergleichsweise jung dagegen ist die Salzstange, welche erstmals in den USA erschien und dann Mitte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland. Salzstangen gehören zu den sogenannten Laugendauergebäcken und werden allein industriell hergestellt. Salzstangen haben eine glänzend braune Oberfläche, sind knusprig und unter Luftabschluss lange haltbar. Wie Plätzchen oder andere Feine Backwaren werden auch Salzstangen im Ofen gebacken. Die Hauptzutaten von Salzstangen sind Weizenmehl, pflanzliches Fett und natürlich Salz. Mittlerweile gibt es eine große Bandbreite an verschiedenen Sorten von Salzstangen, etwa Salzstangen in Bioqualität, mit Vollkorn, mit Sesam statt Salz und in unterschiedlichen Durchmessern von zart dünn bis extra dick. Unübertroffen und von größter Bedeutung bleibt jedoch nach wie vor der Klassiker von damals.

Was hat es mit dem „Salzstangenäquator“ auf sich?

Deutschlandweit gehören Salzstangen zu den beliebtesten Knabbereien. Die charakteristischen Zutaten dieser Traditionsprodukte sind seit über 80 Jahren unverändert Weizenmehl, pflanzliches Fett und natürlich Salz.

In der Form gibt es jedoch regionale Unterschiede, denn Deutschland ist durch den „Salzstangenäquator“ geteilt. Im Norden werden eher Salzstangen genossen, im Süden hingegen liegen die seit Jahrhunderten verzehrten Salzbrezeln in der Verbrauchergunst vorne.

Zum Glück für alle Genießer sind aber beide Produkte deutschlandweit gut erhältlich.

Wie lagere ich Salzgebäck am besten, um es lange frisch zu halten?

Wichtig ist, dass Salzgebäck trocken gelagert wird. Angebrochene Tüten sollten gut verschlossen werden. Gebäck, das offen liegen bleibt oder in offenen Tüten weitergelagert wird, nimmt schnell Feuchtigkeit aus der Luft auf. Es verliert dadurch an Knusprigkeit, und auch der Geschmack leidet.

 

Quelle: Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. (BDSI).