Dient Genuss der Gesundheit?

Die meisten Menschen denken bei Genießen an ein schönes Essen oder an ein Glas guten Weins. Doch Genussfähigkeit sollte alle Bereiche des Lebens einbeziehen. Wenn hier von Genießen die Rede ist, so ist damit nicht der zufällige kurze Moment des Wohlfühlens gemeint, den uns vielleicht die Tasse Kaffee beschert, die wir morgens im Büro trinken, während wir unsere E-Mails checken, oder zum Frühstück beim Lesen der Zeitung. Es geht vielmehr um den Genuss, den man gezielt für sich auswählt und für den man sich eine Auszeit gönnt. Das kann dann sehr wohl die Tasse Kaffee am Morgen sein.

Das Wohlfühlen beim Genießen speist sich aus der Vielfalt und Intensität der Sinneserlebnisse. Sinneseindrücke wie die Farbenpracht eines kleinen Blumenstraußes, der Duft von frisch gemahlenem Kaffee oder der Anblick von frischem Gebäck können pure Vorfreude wecken. Es braucht also gar nicht viel, um zu genießen, dafür aber kommt es auf jedes Detail an. Überfluss und Maßlosigkeit, die meist den Konsum begleiten, sind für Genießer eher störend. So wissen Genießer z. B. beim Essen und Trinken, wann es genug ist. Wer sein Essen richtig genießt, wird sich wahrscheinlich seltener den Bauch vollschlagen.

Der Mensch genießt nur Dinge und Situationen, die ihm angenehme, gute Gefühle vermitteln und auf die er Lust hat. Lust ist sowohl dem Genießen als auch dem Konsumieren eigen. Beim Konsumieren spielen Gelüste aber eher die Rolle der Verführer, die uns steuern und dazu drängen, sie schnell zu befriedigen. Der Genießer entscheidet sich, bewusst zu genießen, und mit dem Genuss stellt sich auch die Lust ein.

Dabei drängt sich eine zentrale Frage geradezu auf: Dient Genuss damit auch der Gesundheit? Unsere Expertin Marlies Gruber antwortet darauf eindeutig in diesem Video.