Ein Museum für Schokolade …

Für jeden, der nun befürchtet, erst ein goldenes Eintrittslos gewinnen zu müssen, um die schokoladigen Sehenswürdigkeiten bewundern zu dürfen, gibt es gute Nachrichten: Denn das Schokoladenmuseum steht in Köln und ist für jedermann zugänglich. Und dennoch hat das Erlebnismuseum etwas von Willy Wonkas Schokoladenfabrik. Zwar fließt in Köln weiterhin der Rhein und kein Schokoladen-Fluss, jedoch gibt es im Museum einen Brunnen mit 200 Kilogramm warmer, zartflüssiger, genüsslicher Schokolade, verziert mit 40 goldenen Kakaofrüchten.

Der Besucher taucht beim Betreten des Museums in eine völlig neue Welt ein. Auf mehr als 4.000 Quadratmetern wird umfangreich die Geschichte und Gegenwart des Kakaos und der Schokolade weltweit dargestellt. Die Reise beginnt mit einem großen Kakaobaummodell und führt durch ein 10 Meter hohes, begehbares Tropenhaus. Sofort fühlt man sich, als wäre man auf einem anderen Kontinent und kann sich von den grünen Gewächsen aus fernen Ländern verzaubern lassen. Wer Glück hat, findet an den Pflanzen sogar Früchte!

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Weiter geht die Führung in die museumseigene Schokoladenproduktion. Dort entdeckt man eine maßstabgetreue gläserne Mini-Anlage, anhand derer beobachtet werden kann, wie Kakaobohnen geröstet, gebrochen und gemahlen werden, bevor daraus eine feinzarte, leckere Schokoladenmasse entsteht. Täglich werden hier unglaubliche 400 Kilogramm Schokolade verarbeitet, die frisch im 3 Meter hohen Schokoladenbrunnen landet und darauf wartet, von den Besuchern vernascht zu werden.

Nächste Station auf der Reise durch die Schokoladenwelt ist das Schokoladenatelier. Dort stellen die Maîtres Chocolatier des Museums individuelle Schokoladentafeln aus verschiedenen Sorten und Zutaten vor den Augen der Besucher her.

Wer sich für die Fragen der geschichtlichen Aspekte der Schokolade und des Kakaos interessiert, findet Antworten darauf in der Ausstellung „Braunes Gold – süße Verführung“. Dort kann man sich in die Zeit von vor über 5.000 Jahren zurückversetzen lassen und erfährt alles über die Entwicklung des Kakaos mit all seinen kuriosen Wandlungen und Ansichten.

Zurück im 20. Jahrhundert wird man noch einmal an die jüngere Vergangenheit erinnert und kann sich an alten Werbeplakaten, Verpackungen und Snackautomaten erfreuen. In einem kleinen „Schokoladenkino“ findet man außerdem amüsante Werbespots von 1926 bis in die heutige Zeit.

Wem das noch nicht genug Schokoladen-Input ist, kann seinen Traum von einer eigens kreierten Schokoladentafel oder Schoko-Praline wahr werden lassen und in einem der vielen Kursangebote des Museums selbst Hand anlegen. Experten zeigen dabei, was es heißt, Schokolade mit allen Sinnen kennen und genießen zu lernen. Im breiten Kursangebot des Museums können Groß und Klein den Umgang mit der braunen Masse lernen und ihrer Phantasie bei deren Verarbeitung freien Lauf lassen – egal ob bunte Schokoladenlutscher, lustige Schokoladenfiguren oder aber hochprofessionelle Pralinen mit Liebe fürs Detail. Wer lieber schlemmt statt anpackt, findet in den verschiedenen Verkostungskursen sicher Abhilfe. In einer Degustation werden die Teilnehmer ganz schnell zu wahren Schokoladenkennern, nachdem sie einige der edelsten Schokoladen der Welt mit allen Sinnen genossen haben.

Ein Tag im Kölner Schokoladenmuseum ähnelt somit durchaus einem Tag in Charlies Schokoladenfabrik und sorgt für ebenso viele Ah- und Oh-Momente bei Groß und Klein. Und wen sein schlechtes Gewissen bei so viel Schlemmerei und Genüsslichkeit des braunen Goldes plagt, dem sei gesagt, dass Anfang des 19. Jahrhunderts Schokolade als Heil- und Stärkungsmittel galt und überwiegend in Apotheken verkauft wurde.

Mehr über das Museum, zu Öffnungszeiten, Anfahrtswegen und aktuellen Ausstellungen gibt es hier: http://www.schokoladenmuseum.de/de/

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Alle Fotos: (c) Schokoladenmuseum, Köln.