Ein junger Mann genießt Entspannung mit Musik

GENUSS HOCH 7

Fotos: © BDSI

Häufig verwenden wir den Begriff „Genuss“ im allgemeinen Sprachgebrauch und eigentlich sollte man meinen, dass jeder Mensch fähig ist, Genuss zu empfinden. Wir genießen einen Moment der Ruhe, ein Stück Schokolade, ein gutes Gespräch oder die warmen Sonnenstrahlen. Und doch: Viele verwechseln Konsum mit Genuss – oder sie verbieten es sich sogar gänzlich zu genießen, weil sie Angst um ihr Gewicht haben oder weil für sie Genuss durch Prägung des Elternhauses ein lasterhaftes Übel ist. Wie sieht das bei euch aus? Erlaubt ihr euch zu genießen?

 

Verbote und eine allzu rigide, von Verzicht geprägte Kultur sind jedenfalls nicht hilfreich. Wer sich ständig bewussten Genuss versagt und dann am Ende doch mannigfaltigen Konsumattacken erliegt, erntet in aller Regel schlechte Laune und Unzufriedenheit, und das steigert nicht gerade unser Wohlbefinden. Die sieben Genussregeln von Genuss-Experte und Psychologe Dr. Rainer Lutz können euch im Alltag als Anker dienen. Folgt ihr ihnen, bereichert ihr euer tägliches Leben, ganz sicher:

1. Genuss braucht Zeit.
2. Genuss muss erlaubt sein.
3. Genuss geht nicht nebenbei.
4. Weniger ist mehr.
5. Aussuchen, was einem gut tut.
6. Ohne Erfahrung kein Genuss.
7. Genuss ist alltäglich.

Ein Moment hat also dann das Potenzial ein Genussmoment zu werden, wenn ihr euch für ihn Zeit nehmt und euch ohne Ablenkungen bewusst auf ihn fokussiert. Genießen braucht die ungeteilte Aufmerksamkeit. Man sollte sich auf den einen Reiz, der den Genuss auslöst, ungeteilt konzentrieren können. Wer zum Beispiel beim Musik hören nebenbei Zeitung liest, genießt keins von beiden bewusst. Hört auf euch und euren Körper. Von Wander- oder Radtouren bis zum Lieblingsessen gibt es viel, was Genuss bereitet. Die Vorlieben können sich, je nach Situation und Laune, sowie während des Lebens auch ändern oder verschieben. Vertraut euch und euren Präferenzen.

Folgt ihr täglich den sieben goldenen Genuss-Regeln, werdet ihr verstärkt spüren, dass es für einen intensiven Genussmoment gar nicht viele Zutaten benötigt. Und wen die Vorstellung stresst, dass sie oder er nun täglich üben muss, sollte sich nicht unter Zwang stellen. Sucht euch einfach einen Tag in der Woche, in dem ihr versucht, Genussvolles bewusst in euren Alltag zu integrieren. Wenn das dann gut gelingt, probiert schlicht an zwei Tagen der Woche, auf bewusste Genussmomente zu achten usw. Auch kleine Etappenziele führen zum Erfolg.

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