Am 31. Oktober ist wieder „Halloween“. Vor allem Kinder erleuchten die länger werdenden Nächte mit Lampions oder mit von Kerzenschein erhellten ausgeschnitzten Kürbissen und gehen auf die Jagd nach Süßigkeiten wie Bonbons, Fruchtgummis und Schokolade.
„Halloween“ und warum das Gruseln Genuss erzeugen kann

Am 31. Oktober ist wieder „Halloween“. Vor allem Kinder erleuchten die länger werdenden Nächte mit Lampions oder mit von Kerzenschein erhellten ausgeschnitzten Kürbissen und gehen auf die Jagd nach Süßigkeiten wie Bonbons, Fruchtgummis und Schokolade.

In diesem Jahr herrscht bei den Halloween-Fans wieder aufgeregte Vorfreude: Denn unter Wahrung der 3G- oder 2G-Regeln können wieder viele Veranstaltungen stattfinden. Eines der schrägsten Schauerspektakel geht wohl auf der Burg Frankenstein in Hessen über die Bühne. Schließlich soll die Burg gleichsam Vorbild für Mary Shelley’s berühmten Roman gewesen sein – was Historiker allerdings stark bezweifeln. Können denn Grusel und Schauer wirklich Genuss erzeugen? Ja, sagen die Anhänger von Schauergeschichten. Und sie haben recht.

Genuss kann auch beim Gruseln entstehen

Journalist Simon Demmelhuber hat das beim Bayerischen Rundfunk so beschrieben:

      Um den lustvollen Reiz emotionaler Wechselgüsse, um Gänsehaut und Nervenkitzel auszukosten, müssen wir noch nicht einmal das Haus verlassen. Das Ganze funktioniert auch – und vielleicht sogar besonders gut – im Sitzen und Liegen, in der anheimelnden Wohligkeit eines gut geheizten Zimmers. Nirgendwo können wir uns der Angstlust bequemer und quasi idealtypischer hingeben als beim Lesen einer Grusel- und Gespenstergeschichte oder beim Betrachten eines Thrillers. (…) Auch hier spielt unser Gehirn anstandslos mit und steuert den begehrten Hormoncocktail bei. Wir erleben die Angst physisch real: Die Hände werden feucht, die Nerven sind zum Zerreißen gespannt, der Atem fliegt, das Herz rast. Alles wie echt! Aber wir wissen immer auch, dass die Situation beherrschbar bleibt, dass alles nur ein Spiel, nur ein Buch oder ein Film ist, dass wir sicher aufgehoben und geborgen sind.

Laut einer Umfrage – so eine Statista-Meldung vom 19. Oktober 2021 – fürchten sich die Deutschen vor Zombies (29 Prozent), Clowns (11 Prozent) und Puppen (8 Prozent) am meisten. Da scheinen wir Deutschen nicht allein zu sein. Auch in US-amerikanischen Filmen und Serien werden solche Figuren häufig als Angstauslöser inszeniert.

Die Kelten machten den Anfang vor über 2.500 Jahren

„Halloween“ ist übrigens keine US-amerikanische Erfindung (auch nicht der dortigen Unterhaltungsindustrie), wie es landläufig heißt. Die Ursprünge reichen bis in die Eisenzeit zurück. Etwa vor 2.500 feierten die in Mitteleuropa dominanten Kelten am Abend des elften Vollmonds ihren traditionellen Jahreswechsel. Das Fest dazu hieß „Samhain“ und ist der gälische Terminus für November. Der keltische Kalender orientierte sich am Zyklus der Vegetation. Die Kelten waren überzeugt, dass mit dem Jahreswechsel auch ein Neubeginn im landwirtschaftlichen Kreislauf bevorstand. Zudem glaubten sie, dass in dieser Nacht die Grenze zwischen den Welten geöffnet sei und die Verstorbenen auf die Erde zurückkommen und ihren Hinterbliebenen einen Besuch abstatteten. Fackellicht wies den Gästen aus dem Jenseits den Weg. „Samhain“ wurde von den Iren schließlich verändert. Der angepasste Brauch sah vor, den Toten mit gruseligen Masken zu begegnen, um sie abzuschrecken. Denn die Iren hatten Angst vor toten Seelen.

Vor Halloween hieß es „Aller Heiligen Abend“ 

Papst Gregor IV. schließlich christianisierte das heidnische Fest und setzte im Jahr 837 den 1. November als Allerheiligen an. Später wurde aus dem englisch verwendeten „All Hallows Evening“ (Abend vor Allerheiligen oder auch Aller Heiligen Abend) die Halloween-Nacht, wie wir sie heute kennen. Es waren irische Auswanderer, die ihre Tradition im 19. Jahrhundert mit nach Kanada und in die USA brachten. So etablierte sich Halloween.

Der häufig in US-amerikanischen Filmen und Fernsehserien ausgerufene Kinderspruch „Süßes oder Saures“ („Trick or Treat“) bedeutet übrigens nichts anderes als: „Gib mir Süßigkeiten – oder ich gebe dir Saures.“ In anderen Worten: „Gegen Süßes stelle ich auch keine Streiche an…“

In Deutschland stehen mittlerweile eine Vielzahl „Halloween“-gerechter Produkte zur Verfügung – von Verkleidungen über Dekoartikel bis zu Süßwaren und Knabberartikeln. Ob als Kürbisse, Fledermäuse oder Spinnen, oder als Gespenster, Vampire oder Skelette – schaurig schönes und leckeres Süßes wie Salziges gibt es als Fruchtgummis, Schokoladewaren und gebackene Knabberartikel. Natürlich sind auch alle gängigen Ganzjahresartikel in der Halloween-Nacht sehr begehrt. In den USA war Schokolade im Jahr 2020 übrigens die beliebteste Halloween-Süßware.

Schaurig schöne, süße wie salzige Halloween-Produkte begeistern

2021 können wir wieder – mit Abstand – unser eigenes buntes Halloween-Spektakel veranstalten und mit den Kindern um die Häuser ziehen. Erfreut euch des geschichtsträchtigen Brauches, der aus der Mitte Europas entsprungen ist. Habt viel Spaß und genießt euer individuelles Halloween 2021!

LETZTE BEITRÄGE