Radio hören

INTERNATIONALER TAG DES RADIOS

Titelfoto: © BDSI

Radio – bewusst hören oder nur Hintergrundrauschen?

Der Monat Februar bringt mehr als rote Rosen oder herzförmige Schokoladen, denn am 13. Februar wird zum vierten Mal der Internationale Tag des Radios gefeiert.

Schon seit vielen Jahrzehnten hören wir Radio. Ob Nachrichten, Staumeldungen, Kulturrezensionen, Sportberichterstattungen oder die neuesten Hits – das Radio liefert alles in Einem. Gründe für die Beliebtheit des Radios zu finden, fällt bei der Auswahl nicht schwer, denn es gibt für jeden Geschmack den richtigen Sender. Das Statistische Bundesamt zählte im vergangenen Jahr über 400 öffentlich-rechtliche und private Radiostationen in Deutschland. Dazu kamen noch einmal 2.670 Webradioangebote, die von rund 28 Millionen Hörern genutzt wurden. Aber in welchen Momenten wird Radio gehört? Die Zeiten, in denen sich die ganze Familie um das kleine Gerät versammelte und aufregenden Hörspielen lauschte oder auf die eine, ganz bestimmte Musiksendung wie die „Hitparade der Woche“ wartete, sind lange vorbei. Heute wird auch kaum jemand mit einem Tonband bewaffnet vor dem Radio sitzen und warten, bis der Lieblingssong läuft, um ihn endlich aufnehmen zu können.

Die Digitalisierung hat den Audiosektor ohnehin ziemlich auf den Kopf gestellt. Dank Spotify & Co. können wir heute, wo auch immer wir unterwegs sind oder uns aufhalten, auf ein Arsenal an Musikdateien zum kostenpflichtigen oder -freien Download oder Streaming zugreifen und so quasi zum selbstbestimmten Radio-DJ werden. Es bieten nicht nur immer mehr Streamingdienste Musik für jeden Geschmack an. Auch immer mehr Radiosender entstehen als reine übers Internet hörbare Angebote. Dazu bieten etablierte Stationen vermehrt kostenfreie Streamingkanäle zu verschiedenen Themenschwerpunkten und Stilrichtungen: von Lounge und Lounge Beat über Brazil und Club Jazz bis hin zu Klassik-Rock. Bei „Klassik Radio“ kann mittlerweile aus 25 digitalen Streamingkanälen ausgewählt werden, so auch einer, der sich „Nature“ nennt und tatsächlich und ausschließlich Klänge aus der Natur „on air“ schickt (http://www.klassikradio.de/webplayer).

Für viele hat sich das Radio vom Haupt- zum Nebenher-Medium verwandelt. Egal ob als sanfter Wecker, beim Autofahren, im Haushalt oder beim Essen – das Radio ist ein ständiger Begleiter des Alltags. Im Schnitt drei Stunden haben Deutschlands Haushalte das Radio eingeschaltet, digitale Webangebote nicht mitgezählt. Doch zumeist hören wir gar nicht mehr so richtig hin. Dabei hat das Radio (oder haben alternative digitale Dienste) das Potenzial, uns einen ganz besonderen Genussmoment zu verschaffen, nämlich genau dann, wenn unser absoluter Lieblingssong gespielt wird und wir für einen kurzen Moment alles stehen und liegen lassen und einfach nur den Augenblick genießen. Vielleicht sollten wir uns vornehmen, viel öfter bewusst hinzuhören – oder alternativ das Hintergrundrauschen einfach mal abzuschalten. Denn bewusstes Hinhören kann viel mehr Genuss bedeuten als nur nebenbei zu konsumieren. Und wenn wir je nach Stimmung bewusst Musikangebote auswählen oder genauso bewusst darauf verzichten, haben wir uns im Sinne der Selbstfürsorge schon wieder etwas Gutes getan. Experten sind sich übrigens einig, dass sich Musik ohne Gesang eher dazu eignet, bei uns entspannende Wirkung zu entfalten.

Viel Spaß also beim Wieder- oder Neuentdecken der zahlreichen Audio-Angebote im Radio oder im Netz. Unser Anleitungsvideo zum Thema „Hören“ gibt es in unserer Rubrik „Genuss lernen“.

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