Lebkuchen-Herzen gehören traditionell zum Oktoberfest-Spaß
Feiert und genießt euer eigenes kleines Oktoberfest

Titelfoto: Nicky Graziosi/AdobeStock

Das Oktoberfest in München ist in diesem Jahr pandemiebedingt erneut abgesagt worden. Die Nachricht ließ Wiesn-Fans sicher traurig zurück. Aber: Ihr könnt auch euer eigenes, kleines Oktoberfest im Freundes- oder Familienkreis veranstalten und somit Tradition und Brauchtum auf eigenem Terrain würdigen. Nicht umsonst gibt es die Redensart: „Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.“ Seit vielen Jahren startet das Münchner Oktoberfest stets Mitte September und dauert bis über das erste Oktoberwochenende. So soll die 187. Wiesn im kommenden Jahr vom 17. September bis zum 3. Oktober begangen werden.

Das Oktoberfest könnt ihr trotz Absage im kleinen Kreis selbst begehen

Feiert euer eigenes kleines Oktoberfest

Es braucht sicher keinen festlichen Um- und Einzug der Wiesn-Wirte und auch sonst keine Auftritte von Trachtengruppen und Co., um euer eigenes kleines Oktoberfest zu feiern: Vertraut auf eure Kreativität. Sucht euch einen passenden Wochenendtag im Oktober und ladet Freunde oder Familie ein. Wenn das Wetter schön sein sollte, kann vielleicht tagsüber sogar draußen auf der Terrasse oder im Garten gefeiert werden. Wird es etwas kühler, können Sitzpolster auch auf Bierbänken, zusätzliche Decken und Jacken Abhilfe gegen das Frösteln schaffen. Dekoriert werden kann – mit Blick auf das Bayerische Original – Weiß-Blau. Aber natürlich sind eure eigenen Ideen gefragt. Auch herbstlicher und Erntedankschmuck passen prima. Gegen Abend sorgt vielleicht ein kleines Holzfeuer in einer Feuerschale für besondere Stimmung.

Ein leckeres Obatzda-Rezept gehört zu einer Oktoberfest-Brotzeit dazu

Obatzda mit Brezeln oder Salzstangen passen perfekt als typische Wiesn-Speisen

Einen feierlichen Fassanstich könnt ihr mit kleinen Fässchen z. B. aus dem Lebensmittelhandel zelebrieren. Es gibt auch viele alkoholfreie Varianten, teils auch als pure gebraute Limonaden örtlicher Brauereien. In keinem Fall dürfen – bei morgendlichem Start – gebrühte Weißwürste, Brezeln und süßer Senf fehlen. Zudem: Brezeln können – wie alles salzige Laugengebäck – den ganzen Tag hindurch Begleiter sein. Auch kleine Brezeln und Salzstangen passen prima, zum Beispiel zu bayerischem Obatzda, auch Obatzter, oder Obazda („Angebatzter, Angedrückter, Vermischter“). Dabei handelt es sich um eine pikante bayerische Käsezubereitung, die häufig zu einer deftigen Brotzeit serviert wird. Im Grunde war der Obatzda ein klassisches Resteessen, aber mit Resten kreieren wir ja häufig die besten Mahlzeiten. Ein leckeres Obatzda-Rezept haben wir für euch hier. Fehlen dürfen auch nicht die typischen großen Lebkuchenherzen zum Umhängen mit lustigen Sprüchen. Beliebt sind unter Fleischfans auch die klassische Bratwurst oder ein Backhendl.

Warum das Oktoberfest schon im September beginnt

Dass die Stadtväter das größte Volksfest der Welt trotz seines Namens schon im September beginnen lassen, hat einen einfachen Grund: Bereits Ende des 19. Jahrhunderts eilte dem Oktoberfest ein besonderer Ruf voraus und es strömten Jahr für Jahr immer mehr Gäste auf den Festplatz. Das Fest sollte folglich verlängert und somit noch mehr Fans anziehen. Darüber hinaus gilt die zweite Septemberhälfte als Teil des Altweibersommers häufig als die stabilere Wetterphase mit noch schönen sonnigen und warmen Tagen. Und so kam es, dass das Oktoberfest im Jahr 1872 in den September vorverlegt wurde.

Eine royale Hochzeit gab den Anstoß für das Oktoberfest

Es war die Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese am 12. Oktober 1810 in München, die den Auftakt für den langen und traditionsreichen Wiesn-Reigen bis heute markiert. Anlässlich der royalen Vermählung fand eine ganze Reihe privater und öffentlicher Feierlichkeiten statt. Dazu gehörte auch ein Pferderennen fünf Tage nach der Heirat, mit welchem dem Brautpaar gehuldigt werden sollte. Der Sendlinger Berg (heute Theresienhöhe) erwies sich als perfekt geeigneter öffentlicher Raum für 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Den Festplatz – die Wiesn – zierte lediglich das Königszelt. Die Verköstigung der nicht adeligen Besucherinnen und Besucher fand oberhalb des Rennens auf der Anhöhe des Sendlinger Berges statt.

Mittlerweile ist das Oktoberfest über 200 Jahre alt. Es hat sich über die Zeit in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt und pflegt doch so viele Traditionen mit Liebe zum Detail. Zuletzt verzeichnete das Fest über 6 Millionen Besucherinnen und Besucher und einen stattlichen Umsatz von über einer Milliarde Euro. Vom Großen ins Kleine: Selbst zu zweit kann man sein eigenes Oktoberfest feiern und sich von Caterern individuelle Wiesn-Packerl mit typischen Speisen schicken lassen. Was immer ihr auch macht: Genießt es mit Freude!

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