Zum Advent: Historisches und Nostalgisches

Langsam erreicht uns der Spätherbst. Vielerorts bestimmen dichte Nebelschwaden und das typische Novembergrau die kürzer werdenden Tage. Das Laub ist weitestgehend von Bäumen und Sträuchern gefallen. Und die ersten Nachtfröste schauten auch schon vorbei. Das Schöne: Jetzt steht die Advents- und Weihnachtszeit vor der Tür. In diesem Jahr fällt der erste Advent auf den 28. November 2021.

Der Begriff „Advent“ entstammt dem lateinischen „adventus“. Das heißt so viel wie „Ankunft“, hier: die Ankunft von Jesus Christus. Die Christen bereiten sich in diesen Wochen auf das Fest zur Geburt von Jesus von Nazareth vor, nämlich Weihnachten. Zudem soll die Adventszeit daran erinnern, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Der Advent läutet zudem stets das neue Kirchenjahr ein.

Lebkuchen, Plätzchen und Stollen dürfen nicht fehlen

Bevor wir euch mehr über Historisches und Nostalgisches im Advent berichten: In der Adventszeit gehören für viele gemütliche Stunden mit der Partnerin oder dem Partner, mit Familie und Freunden einfach dazu. Man macht es sich zu Hause behaglich, dekoriert Haus oder Wohnung vorweihnachtlich, kauft oder schmückt einen Adventskranz und freut sich auf den Plausch im kleinen Kreis zu Lebkuchen, Plätzchen und Spekulatius, Stollen oder Schokolade. Dazu gibt es einen herrlich duftenden Kaffee, einen wärmenden Tee mit weihnachtlichen Gewürzen und Früchten oder eine heiße Milch mit Honig (bzw. eine vegane Alternative). Wenn es das Wetter zulässt, freut man sich über ausgedehnte Spaziergänge, vielleicht eine große Laufrunde im Park oder nahen Wald oder nimmt sich Zeit für einen Schaufensterbummel durch die festlich geschmückten Innenstädten. Einfach wunderbar.

Übrigens: Wir haben eine Reihe leckerer Rezepte für die Advents- und Vorweihnachtszeit für euch. Von Domino Cup Cakes über eine würzige heiße Trink-Schokolade bis zu herrlich schokoladigen Pralinen und tollen Desserts wie zum Beispiel hier.

Foto: © BDSI

Die Herkunft des Advents reicht weit zurück

In seinem Ursprung entsprach der Terminus „Advent“ dem griechischen „Epiphaneia“ (Erscheinung) und meinte die Ankunft oder den Besuch einer Würdenträgerin oder eines Würdenträgers, insbesondere aber auch die Ankunft von Herrscherinnen und Herrschern. Epiphaneia stand im alten Griechenland überdies für die Ankunft einer Gottheit im Tempel. Schließlich übernahmen die Christen die Bezeichnung.

Womöglich ab dem 4. Jahrhundert wurde die Adventszeit als eine Phase des Fastens begangen, die auf den Zeitraum zwischen dem Martinstag (11. November) und dem ursprünglichen Weihnachtstermin, dem Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar (heute: Heilige Drei Könige) festgelegt war. In dieser Zeit durfte auch weder gefeiert noch getanzt werden. In Teilen der orthodoxen Kirche ist die Adventszeit eine Fastenzeit geblieben, die 40 Tage vor dem Weihnachtsfest beginnt. Milch und tierische Produkte sind in diesem Zeitraum als Nahrungsmittel verboten.

Die Adventszeit in vierwöchiger Form wurde im 7. Jahrhundert eingeführt

Je nach liturgischer Auslegung war Advent über die Zeit ein Fest der Buße (in Zentraleuropa), das Fest der Menschwerdung Gottes (im römischen Reich), oder eben ein asketisches Fest (in der orthodoxen Kirche). Die Adventszeit in ihrer vierwöchigen Form und mit Bezug auf das Weihnachtsfest findet ihren Ursprung wohl im 7. Jahrhundert. Ursprünglich wurde sie tempus ante natale Domini („Zeit vor der Geburt des Herrn“) oder tempus adventus Domini („Zeit der Ankunft des Herrn“) genannt. Es soll Papst Gregor der Große gewesen sein, der die Zahl der Adventssonntage auf vier festlegte.

Auch der Adventskalender fußt auf langer Tradition

Es wird manche vielleicht überraschen: Aber auch der Adventskalender ist ein Brauch mit langer Tradition. Es waren wohl die Protestanten, die vor Jahrhunderten damit begonnen hatten, die Wartezeit bis Weihnachten zu verkürzen. Denn: Mit der Reformation und der von Martin Luther abgelehnten Heiligenverehrung im 16. Jahrhundert wurden die bei Kindern begehrten Festtagsgeschenke vom Nikolaustag auf die Weihnachtstage verlegt. In reicheren Familien setzten sich leckere Lebkuchen durch, die jeden Tag gereicht wurden. In den Haushalten der Armen wurden z. B. Kreidestriche an die Wand oder Tür gemalt, die von den Kindern Tag für Tag weggewischt werden durften. Die ersten Kalender, wie wir sie heute kennen, waren noch zum selbstbasteln, DIY! Man schnitt kleine Bildchen aus und beklebte einen Pappkarton oder die Fenster damit. 1851 soll solch ein Adventskalender mi 24 Bildern für 24 Tage erstmals erwähnt worden sein. Auch gab es sogenannte Nikolauskalender, die – wie der Name vermuten lässt – erst am 06. Dezember begannen.

Der Adventsbaum ist fast vergessen

Eine andere Tradition verbinden Christen in der jüngeren Geschichte mit dem Adventsbaum. Er wurde wohl erstmals im Jahr 1846 von der evangelischen Inneren Mission aufgestellt. Mit Beginn der Adventszeit und bis Weihnachten wurde der Baum täglich mit je einer brennenden Kerze und einem Weinblatt geschmückt. Auf der einen Seite des Blattes standen prophetische Weissagungen, auf der anderen Seite wurden diese bebildert. Als Teil eines täglichen Rituals wurden die Texte stets vorgelesen, bevor das betreffende Weinblatt an den Baum gehängt wurde. In Summe bestückten jeweils 27 Kerzen und Weinblätter den bis Weihnachten vollständig geschmückten Baum.

Wie die Schokolade hinter die Türchen des Adventskalenders kam, erfahrt ihr hier.

Das Genuss-tut-gut-Team wünscht euch eine friedvolle, besinnliche und genussreiche Adventszeit. Nehmt euch Zeit für euch, für eure Familien und Freunde — und versucht möglichst etwas zu entschleunigen.

 

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