Warum ist Genuss so wichtig?

Genuss ist eine natürliche Reaktion des Menschen. Wenn uns etwas gefällt oder schmeckt, wir einfach Freude daran haben, genießen wir es instinktiv. In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist genau dieses Genießen, die pure Freude am Genuss, teils in Verruf geraten. Es hieß, wer innehält und genießt, sei unproduktiv und faul. Das Potential, dass Genuss als positive Ressource für unseren Alltag bereit hält, wurde ihm abgesprochen.

Genuss ist etwas Gutes. Genuss-Experten wie der Psychologe Dr. Rainer Lutz widersprechen der Geringschätzung von Genuss. Genuss ist elementarer Bestandteil der Selbstfürsorge und trägt zur seelischen Balance bei – denn ein sinnliches Leben ist Teil eines sinnvollen Lebens.

Momente des Genießens helfen uns, uns vor dem Stress im Alltag zu schützen und stellen den negativen Gefühlen positive entgegen.

Genuss folgt 7 goldenen Regeln. Und wer diesen Regeln folgt, gelangt zu einem sinnlicheren Leben.

Die 7 Regeln des Genusses

 1. Genuss braucht Zeit

Genuss braucht einen gewissen Raum, auch zeitlich, um sich zu entwickeln. Schafft euch kleine Genussinseln im Tagesablauf, in denen ihr euch allein oder gemeinsam und in aller Ruhe dem Genießen widmet. Wer sich voll auf den Genuss einlässt, wird belohnt.

2. Genuss muss erlaubt sein

Es gibt viele Gründe, warum Genuss in das gesellschaftliche Abseits geraten ist. Genau diese Gründe sorgen auch dafür, dass sich Genusskompetenz nicht entfalten kann. Eine Folge ist, dass wir uns den Genuss selbst verbieten. Genuss sei ein Luxus, den man sich selbst nur selten gönnen sollte. Wem dieser Gedanke im Nacken sitzt, dreht das Stress-Rad weiter und versagt sich den Genuss durch ein schlechtes Gewissen. Macht euch frei von Druck und Stress. Genießt bewusst, ohne Angst- oder Schuldgefühle.

3. Genuss geht nicht nebenbei

Genießen braucht die ungeteilte Aufmerksamkeit. Man muss sich auf den einen Reiz, der den Genuss auslöst, ungeteilt konzentrieren können. Wer zum Beispiel beim Musik hören nebenbei Zeitung liest, genießt keins von beiden bewusst.

4. Weniger ist mehr

Der freiwillige Verzicht gehört zum Genuss dazu. Konsumiere ich etwas unentwegt, verliert es seinen besonderen Reiz. Auch Vorfreude kann ein Genuss-Moment sein. Genuss ist eine Frage der Qualität, nicht der Quantität. In einem Überangebot fällt es schwer, sich auf den Genuss einzulassen.

5. Aussuchen, was einem gut tut

Hört auf euch und euren Körper. Von Wander- oder Radtouren bis zum Lieblingsessen gibt es viel, was Genuss bereitet. Die Vorlieben können sich, je nach Situation und Laune, sowie während des Lebens auch ändern oder verschieben. Vertraut euch und euren Präferenzen.

6. Ohne Erfahrung kein Genuss

Man muss ausprobieren und erlebt haben, was einem gefällt und seiner Seele gut tut. Diese Genusserlebnisse ermöglichen es einem, zu wissen, was man will.

7. Genuss ist alltäglich

Es bedarf keiner besonderen Anlässe, um sich Genuss zu gönnen. Genießen ist elementarer Teil des Lebens, keine Besonderheit. Genussreize und Genussmomente gibt es auch im Alltag, man muss sie nur zulassen und nicht erst auf den einen Moment warten. Genießen kann man jetzt sofort, an jedem Tag der Woche.

Sehen und verstehen –
Erklärungen zur
Bedeutung des
Genusses

Was ist Genuss?

Genuss hat sehr viele Facetten, und die Wege zu einem sinnlichen Leben sind vielfältig. Wir fragten Genuss-Forscher Dr. Rainer Lutz, was für ihn Genuss ist.

Läuft in unserer Gesellschaft etwas schief?

Genuss ist etwas Schönes und tut mir gut. Warum hat dann Genießen teils so einen schlechten Ruf?

Warum ist es notwendig, Genusserfahrungen zu sammeln?

Wir haben mehr Sinne als Sehen und Hören. Nur wenn ich mit allen 5 Sinnen wahrnehme, komme ich zu einem sinnlicheren Leben.

Gibt es gesellschaftliche Widerstände gegen das Genießen?

Woher kommt der Vorbehalt gegen den Genuss und wie lässt sich ihm begegnen?

Ist Genuss für das eigene Gesundheitsmanagement und Wohlbefinden wichtig?

Unser Experte erläutert, dass Genuss zur Entspannung beiträgt und gibt dann Beispiele, welche positiven Effekte sich ergeben, wenn wir in einem entspannten Zustand sind.

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